26.02.14

Funkensprühende Bundesschau der Landschafe 2014

Am 24. und 25. Januar traf sich das Who is Who der Landschafzüchter in Berlin auf der Internationalen Grünen Woche zur 5. Bundeslandschafschau. Rund 80 Züchter aus allen Bundesländern traten an, um ihre über 400 Tiere auszustellen und den und die Bundeschampions zu finden.

Mit dabei auch 8 Landschafzüchter aus Schleswig- Holstein und Hamburg, die sich am Vortag auf den langen Weg gemacht hatten. Frauke und Carl Wechselberg hatten dabei 6 Coburger Füchse auf dem Hänger, Hardy Marienfeld, Anne Greef und Michael Kruse hatten zusammen 12 Rauhwollige Pommersche Landschafe mit an Bord und auch 12 Skudden von Silke Bichel und der Zuchtgemeinschaft Voeltz/Westphal waren mit auf Tour. Gespannt waren auch 3 Bentheimer Landschafe von Andrea Boldt- Lynsche und 2 Graue Gehörnte Heidschnucken von Astrid Holst auf Berlin. Aus Hamburg startete Familie Potyka, um ihr Rhönschaf nach Berlin zu bringen.

In Halle 25 auf der Grünen Woche angekommen konnten die Tiere in komfortablen Boxen untergebracht werden und so ruhten sich die Schafe und auch die Züchter für die Prämierungen am nächsten Tag aus.

Die Bundeslandschafschau findet alle vier Jahre im Rahmen der Grünen Woche statt und ist das Highlight für alle Landschafzüchter. Die Tiere aus 22 verschiedenen Rassen wurden in 4 Ringen gerichtet, eingeteilt in fünf Gruppen: Küsten- und Heiderassen, Alpine und Mittelgebirgsrassen sowie Ausländische Rassen. Schon früh am Morgen starteten die Prämierungen und die Aufregung bei den Züchtern stieg an. Die Preisrichter hatten alle Hände voll zu tun, da der Zeitplan sehr straff war und die Schafe trotzdem fair und gründlich gerichtet werden sollten.

Im Ring der Mittelgebirgsklassen gingen die Coburger Fuchsschafe aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf, an den Start. Und die Konkurrenz aus Weser-Ems und Bayern war stark. Trotzdem konnte das Schaf Arielle (Katalognr. 270) in der Klasse Mutterschaf gelammt gleich den Klassensieg für sich entscheiden. Die Coburger Fuchsschafe zeichnen sich insbesondere durch ihr goldenes Vlies aus und so ist es nicht verwunderlich, dass auf die Wolle bei dieser Rasse besonderer Wert gelegt wird. Um so großartiger ist es, dass der Wollsieger bei den Füchsen aus Schleswig - Holstein kommt. Auf den ersten Blick hatten die Richter das Schaf P.Xiliti (Katalognr. 286) gar nicht so recht auf der Liste. Aber schon nach dem ersten Blick in die sehr gleichmäßig gefärbte und glänzende Wolle stand fest, dass dieses Schaf die beste Wolle dieser Rasse hat - eine besondere Auszeichnung für die Zucht von Frauke

Wechselberg. Am Nachmittag wurden dann die Sammlungen, bestehend aus einem Bock und zwei Schafen eines Züchters, gerichtet. Auch hier konnten die Tiere von Frauke Wechselberg überzeugen und wurden zur Reserve- Bundessiegersammlung ernannt.

Auch die Rhönschafe gehören zu den Mittelgebirgsrassen. Obwohl sich diese Rasse zunehmender Beliebtheit in Schleswig-Holstein erfreut, war nur ein Schaf von Nicole Potyka, Hamburg, in Berlin. Da dies aber eine Premiere war besteht die Hoffnung, dass in den nächsten Jahren noch mehr Rhönschafe aus dem Norden in Berlin aufgetrieben werden. Und für das erste Mal kann sich auch das Ergebnis sehen lassen. Das Schaf Pimpinella wurde in der Klasse Mutterschaf ungelammt an den vierten Rang gestellt.

Zu den Heiderassen gehören u.a. die Bentheimer Landschafe und die Grauen Gehörnten Heidschnucken. Und in beiden Rassen waren Züchterinnen aus Schleswig - Holstein zum ersten Mal dabei. Die Böcke der Grauen Gehörnten Heidschnucken sorgten mit ihrem gewaltigen Gehörn für viel Aufmerksamkeit in der Halle und gehörten damit wohl zu den beeindruckendsten Rassen für die Zuschauer. Astrid Holst, Wulfsmoor, stellte zwei Schafe in den Klassen Mutterschaf gelammt und Mutterschaf ungelammt. In dieser sehr starken und erfahrenen Konkurrenz konnten beide Tiere einen sehr guten 4. Platz erreichen.

Auch P. Harlekin (Klasse Jungböcke),Odula (Klasse Mutterschaf gelammt), Pierci (Klasse Mutterschaf ungelammt) aus der Zucht von Andrea Boldt - Lynsche, Panker, erreichten einen 4.Rang/bzw. 5.Rang. Über viele Jahre hat Andrea Boldt- Lynsche diese schöne Rasse alleine in Schleswig – Holstein gezüchtet und auf verschiedenen Schauen die hiesige Bentheimer-Zucht würdevoll vertreten. Daher ist gewiss, dass diese Ränge nur ein Anfang für die nächsten Bundesschauen sind.

Bei jeder Bundeslandschafschau steht eine Rassegruppe besonders im Vordergrund. Diese Schau war besonders den Küstenrassen gewidmet, also besonders prädestiniert für unser Land zwischen den Meeren.

Bei den Skudden handelt es sich um das kleinste deutsche Schaf, das ursprünglich aus Ostpreußen und dem Baltikum stammt. Die Vliesfarbe variiert zwischen weiß, schwarz, braun oder grau. Silke Bichel, Bargum, die Zuchtgemeinschaft Völtz/Westphal, Horst, sowie Hardy Marienfeld, Blunk präsentierten insgesamt 13 Skudden in verschiedenen Klassen, wobei zahlreiche 3. Plätze erzielt werden konnten. Bei der Auswahl der Verbandssammlung (2 Böcke und 4 Schafe aus einem Verband) musste die wunderbar harmonische und einzigartige schleswig-holsteinische Sammlung leider den Titel an die Züchter des Zuchtverbandes für Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe abgeben. Sie wird aber immer als „Sammlung der Herzen“ bei den Züchtern und Zuschauern in Erinnerung bleiben!

Auch die Rauhwolligen Pommerschen Landschafe zählen zu den Küstenrassen und waren stark vertreten. Da dies eine alte Rasse der Küsten ist kamen besonders viele „Pommern“ aus Mecklenburg - Vorpommern und Schleswig-Holstein. Auch einer der Richter stammt aus Schleswig-Holstein, daher möge man verzeihen, dass die Prämierungskommission an dieser Stelle namentlich genannt wird. Der ehemalige Zuchtleiter Hans Michow Schröder, SH, und Mathis Herrmann, MV, mussten die schwere Aufgabe übernehmen diese große Gruppe gerecht zu rangieren. Und dies taten sie mit viel Konzentration und Spaß, wobei sie ihre Entscheidungen auch immer den Züchtern klar darstellen konnten.

Bei den Pommern gingen Hardy Marienfeld, Blunk, (9 Tiere), Anne Greef, Osdorf, (3 Tiere) und Michael Kruse, Plön, (1 Bock) ins Rennen. Und gleich in der ersten Klasse der Zuchtböcke, konnte der Bock Bengel (Katalognr. 11) von Michael Kruse den zweiten Rang erzielen. Nur geschlagen vom späteren Bundeschampion – immerhin dem besten männlichen Tier der Schau- dem Bock Katalognr. 10 von Hartmut Glamann, MV. Gleich fünf Klassensieger wurden von Tieren aus der Zucht/Besitz von Hardy Marienfeld belegt. Sowohl an dem jungen Bock Peeke ( Katalognr. 22) als auch an den Mutterschafen Lotta (Katalognr. 28), Molette (Katalognr. 32), Ninon (Katalognr. 43) und dem Mutterschaf mit der Katalognr. 63 (Klasse Mutterschafe ungelammt) gab es kein Vorbeikommen. In der späteren Wertung um den Bundessieger wurde Mutterschaf Ninon (Katnr. 43) und das Mutterschaf mit der Katalognr. 63 dann auch noch zum Bundessieger erkoren. Der Jubel nahm also gar kein Ende. Auch Anne Greef konnte die Klassensiegerin Ophelia bei den Mutterschafen ungelammt stellen, die beiden anderen Muttern erreichten Rang 2 und 3 bei den Mutterschafen ungelammt. Zudem verpasste Michael Kruses Bock Bengel (Katalognr. 11) knapp den Titel des Wollsiegers.

Und das Feiern ging am Nachmittag weiter. Bei der Wahl zum Regionenchampion waren sich die Preisrichter einig und vergaben diesen Titel an die sehr ausgeglichene Sammlung von Hardy Marienfeld. Man könnte meinen, dies wäre ein krönender Höhepunkt einer langen Zuchtgeschichte bei Hardy Marienfeld, die zu Anfang bestimmt nicht einfach war, aber einen Titel galt es noch zu verteidigen. Und das gelang, denn auch der Titel der Verbandssiegersammlung bei den Pommern, bestehend aus Tieren von Hardy Marienfeld und Michael Kruse (2 Böcke, 4 Muttern), ging in diesem Jahr wieder an Schleswig- Holstein!

Nachdem die spannenden Wettbewerbe vorbei waren, war es Zeit durchzuatmen und kräftig zu feiern. Und dazu hatte die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) zu einem zünftigem Züchterabend eingeladen. Hier kamen die Züchter aus allen Bundesländern noch mal zusammen, um sich auszutauschen und einfach ausgelassen diese Bundesschau zu feiern.

Am Samstag galt es zu verteilen. Christian Mendel (Bayern) und Herr Kaftan (Messe Berlin) moderierten die Siegerehrung sehr schwungvoll. Die Ehrungen nahmen der Vorsitzende der Vereinigung Deutscher Landschafzuchtverbände, Herr Carl Lauenstein und der stellvertretende Vorsitzende, Herr Heiko Schmidt, der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Herr Bernhard Krüsken sowie Herr Clemens Neumann, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vor.

Die Preise stehen den Züchtern und ihren Tieren wirklich zu, denn man darf nicht vergessen, welche Anstrengungen und auch Kosten es erfordert die Tiere in Berlin auszustellen.

Die Bundeslandschafschau zeigt immer wieder in beeindruckender Weise die große Rassevielfalt der Schafe. Und am Stand der VDL konnten sich die Besucher über den Sinn der Schafhaltung informieren. Die Landschafe werden in verschiedensten Regionen zur Landschaftspflege eingesetzt und so erfüllen sie viele gesellschaftliche Aufgaben. Tiere der entsprechenden Rassen waren während der gesamten Messedauer ausgestellt.

Nicht nur die hervorragenden Platzierungen sondern auch der Zusammenhalt unter den Züchtern und der gemeinsame Spaß an den Landschafen sowie das freundschaftliche und faire Miteinander machten diese Bundesschau für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. So ergaben sich diverse Freundschaften und viele besondere, leuchtende Momente am Rande der Wettbewerbe, die diesen „Ausflug“ zum funkensprühenden Erlebnis machten!!

Der Landesverband beglückwünscht alle Züchter zu ihren tollen Platzierungen und dankt für die hervorragende Präsentation der schleswig-holsteinischen Landschafzucht auf der 5. Bundeslandschafschau!