22.10.14

Schafbockauktionen des Landesverbandes 2014 – Hohe Qualität und gute Verkäufe

Der Hammer auf den Auktionen des Landesverbandes Schleswig- Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2014 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben.

Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr gleich mit einer Neuerung. Am Eröffnungstag, 27. August, wurden nicht nur die Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafe aufgetrieben, sondern auch die Rassen Charollais und Zwartbless, sowie die verschiedensten Landschafrassen. So bot sich den zahlreichen Zuschauern aus Nah und Fern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum.

Aufgrund der vielen Rassen hatte es die Prämierungskommission bestehend aus Hans- Michow Schröder, Christian Lorenzen-Nissen und Gernand von Massow wirklich nicht leicht, denn für jede Rasse mussten die Sieger der Gruppen bestimmt werden.

Los ging es mit der großen Gruppe der Weißköpfe. Hier waren insgesamt 103 Tiere im Katalog gemeldet, von denen nur 2 fehlten. In die erste Gruppe der Altböcke hatte es nur der Bock mit der Kat. Nr. 1 in dem Besitz von Louise Gütte, Bad Oldesloe, und aus der Zucht von Hauke Reimers, Tating, geschafft. Nichtsdestotrotz überzeugte der zweijährige Bock die Jury so sehr, dass er zum Reservesieger ernannt wurde. Der Rassesieger wurde in der Jährlingsgruppe gefunden. Hier kam die Kommission nicht an dem Bock mit der Kat. Nr. 28 aus der Zucht von Kai Fischer vorbei. Bei der Auktion brachte der Siegerbock 800,00 € und der Reservesieger 750,00 € ein. Den höchsten Zuschlagpreis von 850,00 € erhielten gleich mehrere Tiere.

Danach kamen 4 der insgesamt 5 aufgetriebenen Schwarzkopf Lammböcke zur Prämierung in den Ring. Zum Rassesieger dieser leider kleinen Gruppe wurde der Bock mit Kat. Nr. 104 aus der Zucht von Michael Dohrn, Marne, ernannt. Er wurde für 250,00 € bei der Auktion versteigert. Der teuerste Bock aus dieser Gruppe, Kat. Nr 106, auch aus der Zucht von Michael Dohrn, ging für 300,00 € an den neuen Besitzer.

Danach war es endlich soweit, die Landschafe nahmen Einzug in den Husumer Prämierungsring, der bisher immer den Fleischschafen vorbehalten war. Zum ersten mal bereicherten Skudden aus der Zucht Voeltz/Westphal, Horst, Coburger Füchse von Frauke Wechselberg, Neutestorf, Rauhwollige Pommersche aus der Zucht von Peter Furck, Haby, und Bentheimer Landschafe von Andrea Boldt-Lynsche, Panker, und Hauke Reimers, Tating, sowie ein Ouessantschafbock im Besitz von Horst Feddersen, Drelsdorf, das bunte Bild. Die Prämierungskommission richtete die einzelnen Klassen und am Ende wurde der Landschafsieger und der Reseversieger aus allen 1a-Preisträgern ermittelt. Sieger des Tages wurde der Bock Kat. Nr. 111, ein wirklich beeindruckender schwarzer Skuddenbock. Zum Reservesieger wurde der Pommernbock Kat.Nr. 117 ernannt.

Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Als nächstes kamen 2 Zwartblessböcke aus der Zucht von Carsten Haalck, Linden, in den Ring. Bei dieser kleinen Konkurrenz erhielt der Bock Kat. Nr. 130 den Titel des ersten Zwartbless-Rassesiegers in Husum.

Als letzte Rasse des Tages nahm die Prämierungskommission die Charollais-Böcke in Augenschein. Von den 19 im Katalog aufgeführten Tieren waren 6 Böcke zu Prämierung zugelassen. Zum Rassesieger wurde die Kat.Nr. 143, ein Lammbock aus der Zucht von Volker Derbisz, Hamburg, erkoren. Auch der Reservesieger kam aus dieser Zucht, der Jährlingsbock mit der Kat. Nr. 135.

Mit Spannung wurden dann auch die Auktionen, insbesondere für diese Rassen erwartet. Da so eine Auktion immer ihre ganz spezielle Dynamik hat und nie vorhersehbar ist, konnte im Vorfeld keine Prognose gemacht werden.

Pünktlich um 12.00 Uhr eröffnete der Landesverbandsvorsitzende Henning Hinz zusammen mit der nordfriesischen Lammkönnigin Kerstin Carstensen die Auktionen 2014 und zeichnete die Rassesieger mit Medaillen der Kammer und des Ministeriums aus. Dann nahm unser Auktionator Kalli Fischer seinen Auktionshammer in die Hand und die Versteigerung ging los. Die Landschafrassen und die Zwartbless kamen nach der ersten Runde der Weißköpfe, Schwarzköpfe und Charollais komplett zur Versteigerung in den Ring. Bei den Coburger Fuchsschafen sowie bei den Bentheimer Landschafen lief es richtig gut. Vier von den insgesamt 5 Coburgern wechselten zu einem Durchschnittspreis von 408,00 € den Besitzer. Bei den Bentheimern wurden fünf Tiere für durchschnittlich 240,00 € verkauft und nur 6 Tiere gingen zurück an die Besitzer. Leider konnte Kalli Fischer die Skudden, die Rauhwoller und die Zwartblessböcke in diesem Jahr noch nicht unter den Hammer bringen, aber im nächsten Jahr klappt es bestimmt. Kleine Sensation im wahrsten Sinne des Wortes war der Ouessantbock der für 170,00 € nach Niedersachsen ging.

Als die Charollais Böcke den Ring zum Verkauf betraten, knisterte in Husum förmlich die Luft. Man hatte das Gefühl jeder will einen von diesen sehr gut bemuskelten Böcken für seine Herde ersteigern. So wurden alle 17 anwesenden Böcke zu einem phänomenalen Durchschnittspreis von 719,00 € verkauft. Der Rassesieger war auch gleichzeitig der teuerste Charollaisbock mit 1300,00 € mit der Kat. Nr. 143.

Aber auch die Weißköpfe wurden gut verkauft. So wechselten 78 Tiere bei einem durchschnittlichen Preis von 446,00 € den Besitzer und nur 23 Tiere fuhren am Abend wieder in den heimatlichen Stall.

Nach einem guten ersten Tag ging es am zweiten Tag dann mit den Rassen Blaukopf, Suffolk und Swifter weiter.

Etwa 26 Züchter trieben an diesem Tag 25 Blauköpfe, 131 Suffolks und 6 Swifter auf. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Hans Michow Schröder und Reimer Bährs hatten also viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst musste der Rassesieger der Blauköpfe ermittelt werden. Die Rangierung fiel wirklich schwer, da die Tiere durchgehend sehr gut waren. Am Ende entschied man sich für die Kat. Nr. 153 ein Jährlingsbock aus der Zucht von Heinz Hauschild, Jevenstedt, zum Rassesieger. Der bei der Auktion auch den Spitzenzuschlagspreis von 650,00 € erhielt. Reservesieger wurde der Lammbock mit der Kat. Nr. 171 aus der Zucht Egger/Kohrs, Osterhever. Leider verlief die Auktion nicht ganz so erfolgreich wie in den letzten Jahren für die Blaukopfzüchter. So wurden 18 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 357 € verkauft und 7 Tiere musste Kalli Fischer unverkauft aus dem Ring schicken. Trotzdem ließen sich die Blaukopfzüchter ihre gute Stimmung nicht vermiesen und hoffen nun auf bessere Ergebnisse im nächsten Jahr.

Weiter ging es mit der großen Gruppe der Suffolks. Insgesamt 154 Tiere waren im Katalog aufgeführt, von denen allein bei den Suffolks 23 fehlten!

Nichts desto trotz waren die Prämierungsgruppen recht groß, so dass sie teilweise geteilt werden mussten. Damit die Verteilung der Züchter in diesen Gruppen etwas bunter wurde, hat man bei der Aufteilung der Prämierungstiere immer abwechselnd die Tiere in Gruppe 1 oder Gruppe 2 eingeteilt. Der Rassesieger wurde so in der 2. Gruppe der Einjährigen Böcke gefunden. Die Kat. Nr. 213 aus der Zucht von Kai Fischer konnte die Prämierungskommission wie schon im Juli die Körkommission überzeugen. Zum Reservesieger wurde der Lammbock aus der mittleren Altersgruppe Kat. Nr. 260 aus der Zucht von Jens Reitmann ernannt. Beide Tiere konnten auf der Auktion den höchsten Preis des Tages mit 1500,00 € erzielen.

Insgesamt hieß es für 125 Suffolks „zum Ersten, Zweiten und zum Dritten“ und es errechnete sich ein sehr guter Durchschnittspreis von 499,00 €.

Bei den Swiftern wurden alle 6 Lammböcke von Stefan Schröder, Meggerdorf, aufgetrieben, so stand der Züchter des Rassesiegers schnell fest. Zum Rassesieger wurde die Kat. Nr. 335, ein Lammbock, erkoren, der auf der Auktion als teuerster Bock für 700,00 € verkauft wurde. Auch alle anderen Swifter konnten auf der Auktion für einen Durchschnittspreis von 500,00 € verkauft werden.

Also ging auch der 2. Tag der Auktionen sehr erfolgreich zu Ende und man erwartete an den nächsten zwei Tagen die größte Rasse in Schleswig- Holstein, die Texel.

Den Beginn machten am Freitag die Texel aus den Bezirken Eiderstedt, Südtondern und dem restlichen Schleswig-Holstein. Das Publikum war an diesem Tag zahlreich aus Nah und Fern in die Messehallen gekommen und so wurde die Prämierung von vielen neugierigen Augen verfolgt. Insgesamt waren am ersten Texeltag 136 Tiere gemeldet und somit hatten Hans Michow Schröder, Gernand von Massow und Boy Michelsen als Prämierungskommission keine Zeit zu verlieren. Insgesamt war die Qualität der vorgeführten Texelböcke sehr gut. Am Ende setzte sich aber der Jährlingsbock Kat. Nr. 377 aus der Zucht von Alf-Thomas Feddersen, Poppenbüll, durch und wurde zum Rassesieger ernannt. Knapp dahinter folgte dann der Reservesieger Kat. Nr. 416, ein älterer Lammbock aus der Zucht von Dr. Hauke Peters. Der Rassesieger wurde für 850,00 € und der Reseversieger für 900,00 € verkauft. Teuerster Bock mit 1300,00 € war an diesem Tag die Kat. Nr. 414 von Dr. Hauke Peters, ein 1b-Sieger bei den älteren Lammböcken.

Am Ende des Tages war unser Auktionator ganz schön geschafft, denn er durfte mit dem Hammer 124 mal zuschlagen und erzielte so einen sagenhaften Durchschnittspreis von 528,00 €. Nur 5 Tiere gingen zurück an ihre Besitzer.

Nach so einem außergewöhnlichem Tag waren alle Beteiligten sehr gespannt auf den letzten Tag der Auktionen.

Am Samstag wurden dann die Texel aus den Bezirken Dithmarschen, Rendsburg/Eckernförde und Husum aufgetrieben. Schon beim Auftrieb morgens konnten die ersten Zuschauer erkennen, dass diese den Böcken vom Vortag in nichts nachstanden. Auch sie hatten sich seit der Körreise gut entwickelt. Hans Michow Schröder, Ingo Penn und Henning Hinz als Prämierungskommision machten sich bereit für die letzte Prämierung der Husumer Bockauktionen. Sie machten es sich nicht leicht aber am Ende stand der Lammbock aus der Zucht von Niels Löbkens, Hehm, mit der Kat. Nr. 543 ganz vorne. Er erzielte einen Preis von 900,00 €. Reservesieger wurde an diesem Tag ein junger Lammbock Kat. Nr. 593 aus der Zucht von Claus-Hinrich Sievers, Tackesdorf. Er wurde für 600,00 € vom Züchter des Rassesiegers erworben. Zum teuersten Bock mit 1500,00 € wurde die Kat. Nr. 495 der 1c-Preisträger aus der Gruppe der Einjährigen Böcke, aus der Zucht von Dr. Angelus Brandt.

Von 138 aufgetriebenen Böcken konnten 124 Tiere, wie am Vortag verkauft werden. Der Durchschnittspreis lag mit 467,00 € zwar deutlich unter dem Preis vom Vortag, war aber trotzdem sehr zufriedenstellend.


Besonders am ersten Tag waren viele Vertreter aus Presse, Funk und Fernsehen anwesend, die über die „tollen Tage“ berichteten. So kamen sehr informative und interessante Beiträge zustande, die auch viele Besucher anlockten.

Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i-Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes, eine Leckschale von Crystalyx. Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen! Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche!

Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank vieler Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2014 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!


Die letzte Auktion des Landesverbandes fand dann traditionell in Neuenbrook am Dienstagabend den 2. September in der Reithalle Kölling statt.

Zu den 33 Böcken der Rassen Suffolk, Weißkopf, Texel, Charollais und Shropshire im Katalog wurden noch 3 Böcke, die in Husum nicht verkauft werden konnten, zur Versteigerung angeboten. Zuerst wurden die Tiere gekört und dann prämiert, danach ging es dann ans versteigern. Viele Schafhalter und Besucher hatten sich zu diesem Schafabend auf den Weg gemacht und so konnten 22 Tiere verkauft werden. Der Durchschnittspreis lag bei 252,00 €.

Bei der Prämierung konnten folgende Tiere die Prämierungskommission überzeugen und zum jeweiligen Rassesieger erkoren werden: Kat. Nr. 630 aus der Zucht von Kai Fischer (Weißkopf Mutterlamm) und Kat. Nr. 645 aus der Zucht von Margret Haase (Shropshire Altbock).


So endete auch die letzte Bockauktion für das Jahr 2014 in Schleswig-Holstein. Insgesamt können die Auktionen als sehr erfolgreich betrachtet werden. Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch. Die Stimmung unter den Schafhaltern und Züchtern war durch die sehr guten Verkaufszahlen und die guten Durchschnittspreise sehr positiv. Die Auktionen sind weiterhin eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu "schnacken" und sich über die neuesten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.

Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für Ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibunglos verlaufen wären! Der Landesverband möchte sich an dieser Stelle noch einmal herzlichst bei Familie Strasser bedanken, die für uns seit über 40 Jahren die Auktionskasse betreut und uns in diesem Jahr besonders bei der Umstellung auf das Sepa-Verfahren geholfen hat!! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, Finanz- und Versicherungsmakler Thomas Andresen, Firma Stöfen und der Ringagentur Westküste! Nicht zuletzt ein großer Dank an Kalli Fischer, der wieder einen tollen Job geliefert hat!