15.03.16

1. Bundesschau Zuchtböcke - der Norden ganz weit vorn!

Am 22. und 23. Januar 2016 fand zum ersten Mal die Bundesschau für Zuchtböcke anläßlich der Grünen Woche in Berlin statt. Rund 200 Böcke aus 39 unterschiedlichsten Rassen trafen in Berlin aufeinander, um am Ende den Mister Berlin 2016 zu ermitteln. Zu den 107 Züchtern, die aus allen Regionen Deutschlands anreisten, gehörten auch 10 Züchter aus den nördlichsten Bundesländern, Hamburg und Schleswig - Holstein.

Die Anlieferung für die Tiere war für den Vorabend geplant und glücklicherweise spielte in diesem Jahr das Wetter mit, so dass die Züchter ihre Tiere pünktlich ausladen konnten. Allmählich füllte sich die Halle 25 mit den besten Böcken der jeweiligen Rassen und man konnte schon erahnen, welch hartes Stück Arbeit auf die Richter am nächsten Tag zu kam.

Am Morgen des 23. ging es früh los. Die Zuchtböcke wurden in drei Rassegruppen eingeteilt und in jeweils 20 Klassen gerichtet. Im ersten Rasseblock waren drei Merinorassen und elf Fleischschafrassen zusammengefasst. Die größte Rassegruppe mit 12 Böcken bildeten dabei die Weißköpfe. Mit dabei auch der Bock von Kay Poggensee, aus der Zucht von Peter Theodor Hansen. Leider konnte er sich trotz seiner stattlichen Figur nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen. Volker Derbisz war mit einem Suffolk und einem Charollais Bock nach Berlin angereist. Bei den Suffolks musste er sich nur dem späteren Bundeschampion aus der Zucht von Karl Belz geschlagen geben. Die Charollais - Klasse war mit zwei Tieren aus Schleswig-Holstein vertreten. Neben dem Bock von Volker Derbisz präsentierte auch Jürgen Schlüter einen Vertreter dieser Rasse. Der englische Bock von Volker Derbisz machte das Rennen, wurde Klassensieger, Bundessieger und WDL- Fleischsieger. Jürgen Schlüter hatte aber noch einen Trumpf im Ärmel, denn er zeigte den Richtern und Zuschauern auch noch eine andere Rasse. Sein Border Leicester Bock mit den auffälligen Ohren sorgte während der gesamten Bundesschau über für viel Aufsehen. Und so hatte er es auch verdient Klassensieger, Wollsieger und Bundessieger zu werden. Dies hatte auch unser langjähriger Züchter und immer helfende Hand des Verbandes Claus-Dieter Coordts verdient. Sein Blaukopf-Bock wurde dann auch Klassen- und Wollsieger.

Die meisten Zuchtböcke gehörten zur Gruppe der Landschafrassen der Heide, Moore und Küste. Leider fanden diese Prämierungen ohne Züchter des Landesverbandes statt, da diese kurzfristig absagen mussten. Aber ganz ohne Schleswig- Holstein war die Gruppe nicht. Anke Mückenheim, Wolfgang Gresens und Jörg Reppien züchten zwar beim „Zuchtverband Ostpreußische Skudden und Rauhwollige Pommersche Landschafe“, sind aber auch Mitglieder im LV. Daher sollen Ihre Erfolge auch an dieser Stelle gewürdigt werden. Hans - Michow Schröder und Heiko Schmidt hatten alle Hände voll zu tun, diese große Gruppe zu richten. Aber sie erledigten ihre Aufgabe in der gewohnt ruhigen und souveränen Art. Anke Mückenheim erzielte in der großen Runde der Rauhwoller mit ihren 5 Böcken mehrere zweite Plätze. Diese Erfolge lagen sicherlich auch an der guten Vorführung durch ihre Tochter, unserer Jungzüchterin Elisabeth Weiß. Bei den Skudden wurde der Bock Brackelmann von Jörg Reppien aus der Zucht von Heidrun Weizel zum besten seiner Klasse gekürt und wurde anschließend auch noch Bundessieger. Damit aber noch nicht genug. Bei der Wahl zum Bundeschampion schlug er dann noch seine Kollegen aus den Küstenrassen. Wolfgang Gresens stellte einen Klassensieger, der auch zum Wollsieger ernannt wurde, bei den Skudden. Besoners gefreut hat ihn aber auch die Tatsache, dass der Vater vom Bundeschampion Brackelmann aus seiner Zucht kam.

Im Rasseblock der Landschafrassen aus dem Mittelgebirge, dem alpinen Raum und dem Ausland waren 16 Rassen vertreten. Hier waren schleswig-holsteinische Züchter wieder mit im Ring.

Die große Gruppe der Fuchsschafböcke wurde in vier Altersklassen eingeteilt. Frauke Wechselberg trat mit Q. Acosta an. Leider konnte der Bock nicht ganz in die Fußstapfen seiner Mutter treten, die 2014 auf der Bundeslandschafschau den 1. Platz erzielte. Aber bei den vielen Fuchsschafböcken reichte es immerhin zum 2. Platz. Die Walliser Schwarznasenschafe gehören zu den alpinen Rassen. Wer jetzt denkt alpine Rassen und Schleswig - Holstein passen nicht zusammen, dem hat Pintus, der Bock aus der Zucht von Peter Sellhorn, eines besseren belehrt. Der sehr schauerfahrene – immerhin schon Sieger auf der Landesschau 2015- Bock wurde nicht nur Klassensieger sondern auch Wollsieger. Auch die kleinste Rasse präsentierte sich in einer großen Gruppe. Sechs Züchter zeigten ihre 7 Ouessant Böcke in der Gruppe der ausländischen Landschafrassen. Willi Hüllmann errang einen soliden 3. Platz mit seinem Bock Erik, aus der Zucht von Eberhard Hübner.

Zum Schluss aller Prämierungen stand die Wahl des Mr. Berlin 2016 an. Eine schwierige Wahl bei dieser großen Rassevielfalt, die an diesen Tagen den Richtern und dem Publikum in Berlin präsentiert wurde. Kleine und große, einfarbig weiße, schwarze und braune, bunte und gescheckte, unbehornte und mit zwei oder sogar vier Hörnern ausgestattete Böcke, die das bunte Bild der deutschen Schafzucht hier zeigten. Am Ende entschied sich die Fachjury für einen Bock aus einer der ältesten Schafrassen. Der Merinolandschafbock im Besitz von Jens- Uwe Otto, aus der Zucht der Schäferei Füller hatte sich hervorragend präsentiert und so den Titel redlich verdient.


Am Freitagabend fanden sich die Züchter und alle Beteiligten beim Züchterabend ein. Mitten im Ring, wo am Tage noch die Böcke gerichtet wurden, traf man sich zum geselligen Beisammensein. Bei interessanten Gesprächen, lustigen Anekdoten und leckerem Essen saß man noch lange zusammen.

Am Samstag morgen fanden sich aber alle wieder ein, um bei den großen Siegerehrungen die Preise entgegen zu nehmen. Der Vorsitzende der VDL, Jürgen Lückhoff, wies bei seinen Grußworten auf die wichtigen Aufgaben der vielen Schafrassen in der Landschaftspflege und im Küstenschutz in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands hin. Schafe gestalten ländliche Räume und erhalten Landschaften und Biotope. Er erwähnte auch die Gewinnung von Fleisch, Milch und Wolle als hervorragende Nahrungsmittel und wertvollen Rohstoff. Bei der abschließenden Tierparade bot sich ein imposantes Bild, welches nochmals die große Rassevielfalt und die unterschiedlichen Funktionen der Schafhaltung unterstrich. So war diese Stammbockschau die beste Werbung für die deutsche Schafzucht und -haltung.

Diese Bundesschau zeichnete sich wieder einmal nicht nur durch die tollen Ergebnisse im Ring aus, sondern auch durch das herzliche und kollegiale Miteinander der Schafhalter außerhalb des Ringes. Eine leergebliebene Box wurde von unserem Landesverband kurzerhand zu einem Treffpunkt nicht nur für Schafzüchter aus dem Norden umgewandelt. Dank Familie Wechselberg und Familie Mückenheim gab es bei uns immer etwas zu essen und eine Sitzgelegenheit, die von allen gerne in Anspruch genommen wurde. Hier traf man sich zum Klönen, zum Ausruhen und manchmal auch zum Feiern. Natürlich kann nicht immer jeder gewinnen, aber bei dieser Bundesschau war dabei sein halt doch das wichtigste! Und diesen olympischen Gedanken spürte man an diesem Wochenende immer wieder!

Den krönenden Abschluss feierten fast alle Schleswig-Holsteiner am Samstagabend noch bei einem persischen Essen in der Nähe des gemeinsamen Hotels in Berlin.


Besonderer Dank gilt Familie Wechselberg und Anke Mückenheim für die „Ausstattung“ unseres Treffpunktes!

Gleichzeitig bedankt sich der Landesverband bei allen Züchtern für die tolle Präsentation Ihrer Tiere auf der 1. Bundesbockschau und gratuliert zu den herausragenden Ergebnissen recht herzlich! Nur durch Sie können wir für die Schafhaltung und die Schafzucht in der Öffentlichkeit so eine wirkungsvolle Werbung machen. Wir hoffen es hat allen viel Spaß gemacht und Sie präsentieren ihre Tiere bei der nächsten Bundesschau wieder so gut!