15.03.16

Erfolgreiche Bockauktionen 2015

Der Hammer auf den Auktionen des Landesverbandes Schleswig- Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. im Jahr 2015 ist zum letzten Mal gefallen und nun ist es wieder an der Zeit, Bilanz zu ziehen und einen Überblick über den Verlauf zu geben.

Der Auktionsreigen der Husumer Schafbockauktionen begann in diesem Jahr mit den Rassen Blaukopf, Suffolk und Shropshire.

Gleich am 1. Tag füllten 35 Blauköpfe, 166 Suffolks und 2 Shropshire aus 27 Zuchten die Messhalle in Husum. Dazu kamen schon am Morgen zahlreiche Zuschauer und Käufer, so dass die Ränge auf den Tribünen voll wurden. Die Prämierungskommission, bestehend aus Gernand von Massow, Henning Hinz und Christian Lorenzen- Nissen, hatte also viel zu tun an diesem Morgen. Zuerst musste der Rassesieger der Blauköpfe ermittelt werden. Die Rangierung fiel wirklich schwer, da die Tiere durchgehend sehr gut waren. Am Ende entschied man sich für die Kat.Nr. 5, ein Jährlingsbock aus der Zucht Eggers/Kohrs, Osterhever zum Rassesieger. Bei der Auktion erhielt er einen Zuschlagspreis von 450,00 €. Den Spitzenpreis dieser Rasse erhielt aber der 1F-Preisträger der Jährlingsböcke aus der selben Zucht. Zwar wurden nur 2 Tiere nicht verkauft, aber der Durchschnittspreis von 326,00 € für die 26 verkauften Tiere konnte die Blaukopfzüchter nicht so recht zufriedenstellen.


Weiter ging es mit der großen Gruppe der Suffolks. Insgesamt 166 Tiere waren im Katalog aufgeführt, von denen 14 fehlten. Die Prämierungsgruppen waren also recht groß, so dass sie teilweise geteilt werden mussten. Damit die Verteilung der Züchter in diesen Gruppen etwas bunter wurde, hat man bei der Aufteilung der Prämierungstiere immer abwechselnd die Tiere in Gruppe 1 oder Gruppe 2 eingeteilt. So wurden auch die Jährlingsböcke in zwei Gruppen aufgeteilt und in diesen beiden Gruppen wurden dann auch der Rassesieger und der Reservesieger gefunden. Die Jury entschied, die Kat.Nr. 56 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland ganz nach vorne zu stellen und den Vollbruder mit der Kat. Nr. 55 direkt dahinter. Die Käufer teilten die Ansicht der Kommission, so dass der Rassesiegr auch zum teuersten Bock mit 1650,00€ wurde und der Reservesieger für 900,00€ den Ring verließ.

Insgesamt hieß es für 129 Suffolks „zum Ersten, Zweiten und zum Dritten“ und es errechnete sich ein sehr guter Durchschnittspreis von 470,00 €.

Bei den beiden Shropshire- Böcken im Besitz von Marion Essing, Kappeln wurde der Lammbock Kat.Nr. 203 zum Rassesieger ernannt. Leider konnten beide Tiere auf der Auktion nicht verkauft werden. Pünktlich um 12.00 Uhr eröffnete der Landesverbandsvorsitzende Henning Hinz zusammen mit der nordfriesischen Lammkönnigin Jane Petersen die Auktionen 2015 und zeichnete die Rassesieger mit Medaillen der Kammer und des Ministeriums aus.


Nachdem der Eröffnungstag schon mal sehr erfolgreich gestartet war, erwartete man an den nächsten zwei Tagen die größte Rasse in Schleswig- Holstein, die Texel.

Den Beginn machten am Donnerstag die Texel aus den Bezirken Husum Dithmarschen, RD/ECK und Südtondern. Um eine möglichst ausgeglichene Tierzahl an beiden Texeltagen zu gewährleisten, wurden kurz vor der Auktion die Tiere aus Südtondern vom zweiten auf den ersten Texeltag verlegt. Leider fielen dann kurzfristig noch 20 Lammböcke eines Züchters wegen Lippengrind aus, so dass der 1. Texeltag mit 111 Tieren im Gegensatz zum zweiten Tag mit 135 aufgetriebenen Tieren doch recht ungleich waren. Aber um es vorweg zu nehmen – dieses Ungleichgewicht hat beiden Tagen nicht geschadet. Das Publikum war an diesem Tag zahlreich aus Nah und Fern in die Messehallen gekommen und so wurde die Prämierung von vielen neugierigen Augen verfolgt. Die Prämierungskommission, Hans Michow Schröder, Gernand von Massow und Henning Hinz, hatte trotz der geringeren Tieranzahl viel zu tun, da die Qualität insgesamt sehr gut war. Am Ende setzte sich aber der Jährlingsbock Kat.Nr. 215 aus der Zucht von Renke Brandt, Breiholz durch und wurde zum Rassesieger ernannt. Knapp dahinter folgte dann der Reservesieger Kat. Nr. 296, ein Lammbock aus der mittleren Gruppe aus der Zucht von Hans-Albert Andresen, West-Bargum. Der Rassesieger wurde für 950,00 € und der Reseversieger für 1.300,00 € verkauft. Teuerster Bock mit 1.750,00 € war an diesem Tag die Kat. Nr. 233 von Niels Löbkens, Hehm, der 1a- Sieger bei den Jährlingsböcken, der seine Reise nach Nordrhein-Westfalen antreten durfte.

Am Ende des Tages war unser Auktionator ganz schön geschafft, denn er durfte mit dem Hammer 109 mal zuschlagen und erzielte so einen sagenhaften Durchschnittspreis von 557,00 €. Nur 2 Tiere gingen zurück an ihre Besitzer.

Nach so einem außergewöhnlichem Tag waren alle Beteiligten sehr gespannt auf den nächsten Texel-Tag.


Am Freitag ging es dann weiter mit den Texeln aus dem Bezirk Eiderstedt und dem restlichen Schleswig-Holstein. Schon beim Auftrieb morgens konnten die ersten Zuschauer erkennen, dass diese den Böcken vom Vortag in nichts nachstanden. Auch sie hatten sich seit der Körreise gut entwickelt. Hans Michow Schröder, Ingo Penn und Janine Bruser als Prämierungskommission stellten sich der Herausforderung unter diesen wirklich durch die Bank weg qualitativ hochwertigen Böcken die Besten zu finden. Und die Entscheidungen in den einzelnen sehr ausgeglichenen Gruppen viel sichtlich nicht leicht. Am Ende führte aber kein Weg an dem Jährlingsbock mit der Kat. Nr. 409 aus der Zucht von Kai Fischer, Sommerland vorbei. Er erzielte auch den Spitzenpreis der gesamten Auktion von 2.300,00 €. Reservesieger wurde an diesem Tag ein junger Lammbock Kat. Nr. 473 aus der Zucht von Dr. Hauke Peters, Medehop. Er wurde für 600,00 € erworben. Am Ende des Tages konnten auch am zweiten Texeltag erfolgreiche Verkäufe gemeldet werden.

Von 135 aufgetriebenen Böcken konnten 128 Tiere zu einem Durchschnittspreis von 525,00 € verkauft werden. Nur 7 Tiere musste der Gastauktionator Dieter Brockhoff aus Niedersachsen zurück zum Besitzer schicken. Es war schon ein komisches Bild, wenn man unseren Auktionator Kalli Fischer während der Versteigerung bei einem Würstchen oder auf der Tribüne getroffen hat. Aber er hatte sich auch eine kleine Verschnaufpause verdient und Dieter Brockhoff, als erfahrener Auktionator, zeigte auch in Husum, dass er was von dem Geschäft versteht und mit viel Herzblut dabei war.


Am letzten Tag, dem 22. August, wurde dann wieder die größte Rassevielfalt in Husum geboten. Neben den Weißköpfigen und Schwarzköpfigen Fleischschafen wurden auch die Rassen Charollais, Zwartbless und Oxford Down, sowie die verschiedensten Landschafrassen aufgetrieben. So bot sich den zahlreichen Zuschauern aus Nah und Fern ein sehr buntes Bild unserer Schafrassen in den Messehallen in Husum.


Aufgrund der vielen Rassen hatte es die Prämierungskommission, bestehend aus Hans- Michow Schröder, Christian Lorenzen-Nissen und Henning Hinz wirklich nicht leicht, denn für jede Rasse mussten die Sieger der Gruppen bestimmt werden.


Los ging es mit der großen Gruppe der Weißköpfe. Hier waren insgesamt 91 Tiere im Katalog gemeldet, von denen nur 3 fehlten. Gleich in der ersten Gruppe der Altböcke wurde der Reservesieger gefunden, der Altbock Kat. Nr. 483 in dem Besitz von Claussen GbR, Neuenkirchen und aus der Zucht Jörg-Uwe Gloe, Warmhörn. Der Rassesieger präsentierte sich in der Jährlingsgruppe. Hier kam die Kommission wieder nicht an einem Bock aus der Zucht von Kai Fischer vorbei. Nachdem die Rassesieger der Suffolks und der Texel am 2. Tag auch schon aus dem Stall von Kai Fischer stammten, konnte der Bock mit der Kat. Nr. 510 das Triple perfekt machen. Bei der Auktion brachte der Siegerbock 800,00 € und der Reservesieger 700,00 € ein. Den höchsten Zuschlagpreis von 850,00 € erhielt die Kat.Nr. 488 aus der Zucht von Peter Theodor Hansen, Osterhever.


Danach kamen 5 der insgesamt 7 aufgetriebenen Schwarzkopf –Lammböcke, alle aus der Zucht von Michael Dohrn, Friedrichskoog, zur Prämierung in den Ring. Zum Rassesieger dieser kleinen aber feinen Gruppe wurde der Bock mit Kat. Nr. 577 ernannt. Er wurde für 600,00 € bei der Auktion versteigert. Der teuerste Bock aus dieser Gruppe, Kat. Nr 580, ging für 650,00 € an den neuen Besitzer.


Danach wurde es bunt im Ring, die Landschafe nahmen Einzug in den Husumer Prämierungsring. Den Anfang machten die Coburger Füchse mit 2 Jährlingsböcken und 2 Mutterschafen, wobei der Jährlingsbock Kat.Nr. 582 aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf, zum Rassesieger gekürt wurde. Auch der Rhönschaf- Bock Kat. Nr. 585 im Besitz von Nicole Potyka, Hamburg, erhielt einen 1. Preis, und war damit aufgrund der fehlenden Konkurrenz auch Rassesieger. Das gleiche gilt für den kleinsten Bock des Tages die Kat- Nr. 586 der Rassesieger der Ouessants aus der Zucht von Horst Feddersen, Drelsdorf. Bei den Rauhwolligen Landschafen standen sich ein Altbock und ein Jährlingsbock im Ring gegenüber. Der jüngere Bock aus der Zucht von Peter Furck, Haby verließ den Ring als Rassesieger. Die letzte und größte Gruppe der Landschafe bildeten die Bentheimer Landschafe. Hier konnte am Ende der Lammbock Kat.Nr. 596 aus der Zucht von Hauke Reinmers, Tating überzeugen.


Und damit war der bunte Prämierungsreigen noch nicht beendet. Als nächstes kamen die Charollais in den Ring. Von den 43 im Katalog aufgeführten Tieren waren 25 Böcke und Schafe zu Prämierung zugelassen. Zum Rassesieger wurde die Kat.Nr. 613 ein Lammbock aus der Zucht von Jörg Langhein, Kattendorf erkoren. Der Reservesieger kam aus der Zucht Andreas Pirdzuhn, Bark, der Jährlingsbock mit der Kat. Nr. 605.


Nachdem die Auktionen für die Charollais im letzten Jahr sensationell liefen, wurden dann auch die Auktion, insbesondere für diese Rasse, mit Spannung erwartet. Viele der Chalrollais Züchter hatten im letzten Jahr viel Geld und Arbeit investiert, um hier einen Zuchtfortschritt zu erreichen. Da so eine Auktion immer ihre ganz spezielle Dynamik hat und nie vorhersehbar ist, konnte im Vorfeld keine Prognose gemacht werden.

Nach dem Tag Auszeit gestärkt nahm unser Auktionator Kalli Fischer seinen Auktionshammer zum letzten mal 2015 in die Hand und die Versteigerung ging los. Die Landschafrassen und die Zwartbless kamen nach der ersten Runde der Weißköpfe, Schwarzköpfe und Charollais komplett zur Versteigerung in den Ring. Leider lief es für die Landschafe in diesem Jahr nicht so gut. Bei den Coburger Fuchsschafen wechselten 2 von den 4 Tieren zu einem Durchschnittspreis von 350,00 € den Besitzer. Bei den Bentheimern wurden 4 Tiere für durchschnittlich 218,00 € verkauft und 6 Tiere gingen zurück an die Besitzer. Leider konnte Kalli Fischer trotz größtem Einsatz, die Rauhwoller, den Ouessant-, und den Rhönschaf- Bock in diesem Jahr nicht unter den Hammer bringen. Hier heißt es wohl Ausdauer zeigen. So wie die Zwartbless- Züchter, die in den letzten Jahren keine guten Verkäufe hatten und daher eher skeptisch in den Auktionsring gingen, konnten dies mal sehr gute Verkäufe erzielen. Von den 5 aufgetriebenen Tieren wurden alle zu einem Durchschnittspreis von 300,00 € verkauft.

Danach kamen die mit Spannung erwarteten Charollais-Böcke in den Ring. Und auch in diesem Jahr wurden die Charollais-Böcke alle verkauft. Waren es im Vorjahr 17 anwesende Böcke, konnten 2015 schon 39 Tiere zu einem phänomenalen Durchschnittspreis von 695,00 € verkauft werden. Dabei ging das Gebot für den Rassesieger zwar auf 1.100,00 € und für den Reservesieger auf 1.050,00 € hoch aber das sollte noch getoppt werden. Der teuerste Bock, Kat.Nr. 622 aus der Zucht von Reimer Dohrn, war erst für 1.500,00 € zu haben.


Aber auch die Weißköpfe wurden zwar schleppend, aber am Ende doch gut verkauft. So wechselten 68 Tiere bei einem durchschnittlichen Preis von 431,00 € den Besitzer und nur 20 Tiere fuhren am Abend wieder in den heimatlichen Stall. Und auch der einzige Oxford- Down Bock soll an dieser Stelle nicht vergessen werden. Der Bock mit der Kat.Nr. 647 aus der Zucht von Susann und Peter Thies, Tating, wurde für 450,00 € versteigert.


Besonders am ersten Tag waren viele Vertreter aus Presse, Funk und Fernsehen anwesend, die über die „tollen Tage“ berichteten. So kamen sehr informative und interessante Beiträge zustande, die auch viele Besucher anlockten.


Die Züchter der Rassesieger wurden jeweils mit einem Ehrenpreis des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, sowie mit einer Medaille bzw. Plakette der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Züchter der Reservesieger erhielten jeweils den Ehrenbecher des Landesverbandes. Zudem gab es noch als i- Tüpfelchen für den Käufer des Siegerbockes, eine Leckschale von Crystalyx. Besonders bedanken wir uns auch bei der Firma Baumann GmbH&CoKG, die die Prämierungen der Texel an beiden Tagen unterstützt hat! Für die Stiftung dieser Preise danken wir recht herzlich, da sie doch eine besondere Anerkennung für die Arbeit der Züchter darstellen! Allen Züchtern an dieser Stelle nochmals herzliche Glückwünsche!

Nach dem letzten „zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten“ ging es ans Aufräumen! Die Messehalle musste wieder direkt und komplett durch den Landesverband gereinigt werden. Dank vieler Helfer ging das Aufräumen und das Reinigen schneller als gedacht und die Auktionen in Husum 2015 konnten als beendet erklärt werden. Allen Helfern dafür einen riesengroßes DANKESCHÖN!!


Die letzte Auktion des Landesverbandes fand dann traditionell in Neuenbrook, diesmal am Montagabend, den 24. August, in der Reithalle Kölling statt.

Zu den 31 Böcken der Rassen Suffolk, Weißkopf, Texel, Charollais und Ouessant im Katalog wurden noch 5 Böcke, die in Husum nicht verkauft werden konnten, zur Versteigerung angeboten. Zuerst wurden die Tiere gekört und dann prämiert, danach ging es dann ans Versteigern. Viele Schafhalter und Besucher hatten sich zu diesem Schafabend auf den Weg gemacht und trotzdem konnten nur 13 Tiere verkauft werden. Der Durchschnittspreis lag bei 275,00 €.

Bei der Prämierung konnten folgende Tiere die Prämierungskommission überzeugen und zum jeweiligen Rassesieger erkoren werden: Kat.Nr. 648 aus der Zucht von Kay Poggensee (Weißkopf -Altbock), Kat.Nr. 666 aus der Zucht von Jürgen Schlüter (Schwarzkopf-Lammbock) und Kat.Nr. 673 aus der Zucht von Willi Hüllmann (Ouessant-Lammbock).


So endete auch die letzte Bockauktion für das Jahr 2015 in Schleswig-Holstein. Insgesamt können die Auktionen als sehr erfolgreich betrachtet werden. Die Qualität unserer Tiere war über alle Rassen hinweg hoch. Die Stimmung unter den Schafhaltern und Züchtern war durch die sehr guten Verkaufszahlen und die guten Durchschnittspreise sehr positiv. Die Auktionen sind weiterhin eine Gelegenheit für viele Schafhalter aus Nah und Fern endlich mal wieder mit alten Bekannten zu "schnacken" und sich über die neuesten Entwicklungen in der Schafhaltung zu informieren.


Der Landesverband möchte sich bei allen Helfern und Mitarbeitern für Ihre tatkräftige Unterstützung bedanken, ohne die die Auktionen in Husum bestimmt nicht so reibunglos verlaufen wären! Vielen Dank auch an die Sponsoren der Stadt Husum, Finanz- und Versicherungsmakler Thomas Andresen und der Firma Stöfen! Nicht zuletzt ein großer Dank an Kalli Fischer und Dieter Brockhoff, die beide einen tollen Job geliefert haben.