12.07.12

Erfolgreiche Jahreshauptveranstaltung des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter e.V.

Am 22.05.2012 konnte der Landesverbandsvorsitzende Herbert Tietgen rund 120 Mitglieder und zahlreiche Ehrengäste zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des Landesverbandes in Groß Wittensee begrüßen. Zu den Ehrengästen gehörten Herr Brockhoff vom MLUR, Dr. Lüpping und Dr. Borchers von der Landwirtschaftskammer, der Vorsitzende der VDL, Herr Carl Lauenstein, Herr Carstensen als Vertreter des LKD, Herr Stahl als Vertreter des LLUR, Frau Kern als Vetreterin des Institutes für Tierzucht der CAU, Herr Feddersen als Vertreter der Nordfriesischen Lammtage sowie Frau Riedel und Herr Engel vom Beratungsring.
Die Versammlung begann mit einem umfangreichen Jahresbericht der Geschäftsführerin Janine Bruser, in dem sie auf  die zahlreichen Aktivitäten des vergangenen Jahres einging und auch Stellung zu den wichtigen Themen der nächsten Zeit  z.B. Gänseproblematik, Agrarreform und „Hunde in der Schafhaltung“ nahm.
Der Landesverbandsvorsitzende Herbert Tietgen ergänzte diesen Bericht um einige aktuelle Punkte. So wies er darauf hin, dass es bei der Gänseproblematik zwar schon einige gute Lösungsansätze gibt, diese aber noch nicht ausreichend wären. Daher wird es auch weiterhin ein wichtiger Teil der Verbandsarbeit sein, Gespräche mit dem Ministerium zu führen, bei denen praktikable Lösungen gefunden werden. Er berichtet, dass im Rechtsstreit um die Elektronische Kennzeichnung insoweit ein Fortschritt zu verzeichnen ist, als dass das Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof verhandelt werden wird. Zum Ende stellt Herbert Tietgen die schlechte finanzielle Situation des Landesverbandes Schleswig-Holsteiner Ziegenzüchter dar, aufgrund dessen über einen Zusammenschluss beider Verbände nachgedacht werden muss, um die Ziegenzucht in Schleswig-Holstein erhalten zu können. Gespräche der beiden Vorstände unter Einbeziehung anwaltlicher Hilfe haben bereits stattgefunden. Wenn alle rechtlichen Details geklärt sind, wird es in beiden Verbänden eine außerordentliche Mitgliederversammlung geben. Herbert Tietgen appelliert an alle Mitglieder, dass dieser Zusammenschluss auch von den Schafhaltern begrüßt werden sollte.
Der Vorsitzende bedankt sich bei allen Mitgliedern und besonders bei Herrn Brockhoff vom MLUR und Herrn Carstensen vom LKD für die Unterstützung und dauerhaft gute Zusammenarbeit.
Der Jahresabschluss 2011 konnte erfreulicherweise mit einem Gewinn abschliessen und auch der vorgestellte Haushalt 2012 weist ausgeglichene Planzahlen auf.
In diesem Jahr standen die Wahlen des Stellvertretenden Vorsitzenden Christian Lorenzen-Nissen sowie der Vorstandsmitglieder Karl-Dieter Fischer und Harald Boyens an. Alle drei Herren wurden von der Versammlung zur Wiederwahl vorgeschlagen und wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Ein Beweis für ihre engagierte und gute Arbeit im Vorstand in den letzten Jahren. Auch Gernand von Massow als Rechnungsprüfer und Dr. Angelus Brandt als Zuchtausschussmitglied wurden von den Deputierten wiedergewählt.
Bei der Verlesung der bevorstehenden Veranstaltungen und Termine weist
Herbert Tietgen nocheinmal darauf hin, dass es in diesem Jahr in Husum einige logistische Änderungen wegen der im Anschluss stattfindenden Windmesse geben wird, über die noch rechtzeitig informiert werden wird. So wird wahrscheinlich der etwas entferntere Parkplatz genutzt werden müssen und auch die Reinigung der Halle wird in diesem Jahr vom Verband selbst durchgeführt. Er bittet alle um Unterstützung und Hilfe bei der Durchführung der Auktionen.
Danach erhält der Verbandsanwalt Dr. Christian Halm das Wort und erläutert anhand von anschaulichen Folien wichtige Anforderungen an Weiden, Zäune und Hunde bei der Haftung des Tierhalters. Er erklärt, dass es keine genauen Gesetze, die z.B. die Anforderungen an Zäune regelt gibt, aber Gerichtsbeschlüsse, die bundesweit Geltung besitzen . Hier würde immer im Einzelfall entschieden werden müssen. Sehr wichtig für den Tierhalter sei es, die Kontrollen der Tiere und der Zäune zu dokumentieren. Von besonderem Interesse ist die Definition der Wirtschaftswege, da hier auch immer wieder die Frage der Haftung bezüglich der Reinigung auftritt. Wichtig ist auch der notwendige Begleitschutz einer wandernden Herde und die Grundlage einer eventuellen Schadensberechnung. Bei einem Hundeeinbruch in der Herde müsse der Tierhalter einige Folgekosten, wie z.B. verworfene Lämmer oder Kosten der Herdensuche berücksichtigen, und dies auch bei der Versicherung geltend machen. Da Dr. Halm schon Fragen während des Vortrages beantwortet, entwickelt sich eine rege Diskussion und die anwesenden Schafhalter konnten viel für die Praxis mitnehmen.
Auch der Vorsitzende der Vereinigung deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) Carl Lauenstein, wusste Aktuelles aus der Schafhaltung und Schafzucht aus Brüssel, Bonn und Berlin zu berichten. Er betonte, dass in der Politik und der Öffentlichkeit die Schafhaltung einen sehr hohen Stellenwert hat, und man um die gesellschaftlichen Leistungen der Schafhaltung weiss. Leider wird dieses in der Gesetzgebung oder bei Fragen um finanzielle Unterstützung vergessen. Carl Lauenstein stellte weiterhin klar, dass Gelder für die Schafhaltung nicht als Subventionen bezeichnet werden dürfen, sondern eher als Bezahlung der gesellschaftlichen Leistungen der Schafhaltung, wie Küsten- und Naturschutz. Dann ging er auf weitere unterschiedliche Themen ein, die mit grossem Interesse aufgenommen wurden. Der Vorsitzende der VDL lobte das Herdbuchprogramm "Ovicap" und hofft, dass auch der Landesverband Schleswig-Holstein bald dieses Programm nutzt. Herbert Tietgen merkte dazu an, dass der Landesverband zur Zeit mit dem LKD ein extra auf Schleswig-Holstein zugeschnittenes Programm benutzt, so dass eine Umstellung auf Ovicap zur Zeit eine Verschlechterung in den Arbeitsabläufen mit sich bringen würde. Er schliesst aber nicht aus, dass auch Schleswig-Holstein irgendwann zu Ovicap wechseln könnte.
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ meldeten sich einige Mitglieder zu Wort. Herr Prof. Kay Poggensee berichtete, dass in Mecklenburg-Vorpommern auf Auktionen den Käufern von gekörten Böcken ein Zuschuss in Höhe von 150 €  aus der Tierseuchenkasse gezahlt würde. Er regt an, zu überprüfen, ob ein solches Vorgehen auch in Schleswig-Holstein möglich wäre. Weiterhin wurde die Frage gestellt, welche Position der Landesverband in Bezug auf die zukünftige Prämienausgestaltung hat, ob der sich also für eine Flächenprämie oder Mutterschafprämie, wie es aus anderen Bundesländern gefordert wird, einsetzen würde. Der Vorsitzende stellte hierzu klar, dass der Verband aufgrund der Verhältnisse in Schleswig-Holstein eine Flächenprämie bevorzugt. Herr Brockhoff vom MLUR bezweifelt zudem, dass eine Mutterschafprämie aus rechtlicher Sicht überhaupt zur Diskussion stünde. Zum Schluss riet Herr Tietgen allen Schafhaltern, die Kennzeichnung bei ihren Tieren genau zu kontrollieren und umzusetzen, da es vermehrt zu Fördergelderabzügen aufgrund von Verstößen gegen die VVVO gekommen ist.

Nach einer abwechslungsreichen und für alle Teilnehmer sehr informativen Jahreshauptversammlung bedankte sich der Vorsitzende nochmals bei allen Anwesenden für ihr Kommen und rief dazu auf, auch in den nächsten Jahren zusammen für die Schafhaltung in Schleswig-Holstein zu arbeiten!