13.07.12

Die Ziegenecke: Jahreshauptversammlung des Landesverbandes mit zukunftsentscheidenden Themen

Am 11. Mai 2012 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Landesverbandes Schleswig-Holsteiner Ziegenzüchter in Nortorf statt. Trotz wichtiger Themen konnte die Vorsitzende Birgit Schulze  neben den Ehrengästen Herrn Rainer Brockhoff (MLUR), Herrn Dr. Werner Lüpping (LWK) und Herrn Herbert Tietgen (LV SH Schafzüchter) nur wenige Mitglieder begrüßen. Zu Beginn stellte Frau Schulze den Jahresbericht 2011 vor und ging dabei insbesondere auf die sinkenden Mitgliederzahlen, die Herdbuchtiere und die Milchleistungsergebnisse ein. Danach berichtete sie von den zahlreichen Aktivitäten im vergangenem Jahr und von ganz aktuellen Veranstaltungen an dem der Landesverband teilgenommen hat. Bei der Kooperationssitzung im April diesen Jahres waren vor allem die Vorbereitung der Auktion in Butzbach am 04.08.12 sowie die Anpassung der Satzung an das Tierzuchtgesetz ab 2014 Thema. Weiterhin berichtet Frau Schulze, dass der Ziegentag 2011 auf dem Geflügelhof Schmabek in Itzehoe sehr gut verlaufen sei und sehr gut von den Mitgliedern und Besuchern angenommen wurde. Auf der Norla 2011 war der Landesverband mit einem Informationsstand vertreten. Frau Schulze erklärt, dass viele Besucher Interesse am Ziegenstand hatten und so zahlreiche Fragen rund um die Ziegenhaltung beantwortet werden konnten. Darüber hinaus gab es am Stand Ziegenwurst zum Probieren, wodurch oft Vorurteile gegenüber Ziegenfleisch ausgeräumt werden konnten.  Frau Bruser berichtete weiterhin, dass es Bestrebungen gibt, dass bundesweit ein Verein für Berufsmilchziegenhalter gebildet wird. Wie dies praktisch durchgeführt werden soll, steht noch nicht fest. Sie macht aber auch klar, dass eine Spaltung innerhalb der Ziegenhalter zu einem schlechteren Stand in der Politik führen wird. Es fanden verschiedene Veranstaltungen auf Bundesebene statt, wie Zuchtleitersitzungen und Glesiener Gespräche, wo es auch um die zukünftige Struktur der Verbandsarbeit ging. Weitere Themen im Jahr 2011 waren das Monitoring, der Rechtsstreit um die Elektronische Kennzeichnung und die Agrarpolitik nach 2013. Frau Bruser berichtet, dass ganz aktuell die Enthornung in den Fokus der Politik geraten ist. Hier wird es Gespräche mit dem Ministerium geben. Danach erläuterte die Vorsitzende  ausführlich den Jahresabschluss 2011. Da der Landesverband den Jahresabschluss in einer Einnahmen- Überschussrechnung gem. § 4 Abs. 3 EStG darstellt, werden keine Vermögenswerte (Forderungen, Bankbestände und Abgrenzungen) und Schuldposten wie z.B. Rückstellungen und Verbindlichkeiten aufgeführt. Deshalb kommt ein Reingewinn von 1.853,52 € zustande. Die Vorsitzende stellt klar, dass der Landesverband in diesem Jahr den Jahresbeitrag an den LV Schleswig- Holsteinischer Schafzüchter nicht in voller Höhe begleichen konnte und diese Schulden sich in den Planzahlen für 2012 wieder finden. Daraufhin stellt Frau Schulze den Haushaltplan 2012 vor, in dem sich die äußerst angespannte Finanzsituation des Landesverbandes widerspiegelt. Erstmalig wurden hier auch Verpflichtungen des Verbandes dargestellt, die nicht bis  zum 31.12.2011 bedient bzw. eingetrieben werden konnten. Es kommt zu einer Unterdeckung bei den Planzahlen. Frau Schulze betont, dass es aus dieser Finanzlage heraus unbedingt notwendig ist, mit dem Landesverband der Schafzüchter zusammen zu arbeiten. Traurig stellte sie fest, dass der Landesverband der Ziegenzüchter sich in der jetzigen Form nicht halten kann. Frau Schulze berichtet, dass es schon Gespräche mit dem Vorstand des Schafzuchtverbandes gegeben hat, bei denen man sich darauf geeinigt hat, den Schaf-und den Ziegenzuchtverband zusammenzulegen. Zur Zeit müssen aber noch rechtliche Bedingungen abgeklärt werden. In Frage kommt eine Verschmelzung der beiden Verbände oder eine Auflösung des Ziegenzuchtverbandes. Der Vorsitzende des Schafzuchtverbandes Herbert Tietgen betont, dass der Landesverband den Ziegenzuchtverband unbedingt unterstützen möchte. Er bittet aber auch um Verständnis, dass alle rechtlichen Bestimmungen abgeklärt werden müssten. Frau Bruser stellt das zukünftige Konzept vor, das unabhängig von der Art der Fusion zum Tragen kommen soll. Der Verband soll zukünftig Landesverband Schleswig-Holsteinischer Schaf- und Ziegenzüchter e.V. heißen. Es soll ein Ausschuss für alle ziegenhaltenden Mitglieder eingerichtet werden, der sich mind. einmal im Jahr trifft und bei dem alle Themen rund um die Ziegenzucht und -haltung besprochen werden sollen. Der Ausschuss wählt einen Sprecher, der dann automatisch im Vorstand des Verbandes als stimmberechtigtes Mitglied sitzt. Daneben können die Ziegenhalter wie alle anderen Mitglieder auf Bezirksversammlungen/JHV als Deputierte gewählt werden.
Wenn die restlichen Fragen beantwortet sind, wird sowohl beim Schaf- als auch beim Ziegenzuchtverband eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden, auf denen dann das zukünftige Konzept beschlossen werden soll. Frau Schulze wirbt dafür, dass alle Mitglieder an dieser Versammlung teilnehmen möchten, da bei einer Auflösung/Verschmelzung ¾  aller Stimmen erzielt werden müssten. Herr Krause schlug vor diese Versammlung im Kreis Steinburg abzuhalten, da hier die meisten Mitglieder wohnen.
Bei den Wahlen stand die Wahl der Vorsitzenden auf dem Programm.  Herr Krause erklärte, dass, egal wie es zukünftig mit dem Verband weitergeht, ein vollständiger Vorstand gewählt sein muss, um satzungsgemäß agieren zu können. Frau Schulze stellte fest, dass sie durch ihre berufliche Erfahrung das nötige Wissen mitbringt , um die Verschmelzung bzw. Auflösung des Verbandes zu begleiten. In der geheimen Wahl wird sie dann einstimmig in ihrem Amt bestätigt.
Es war keine einfache Versammlung und die kommende Zeit wird wohl sehr schwierig werden. Aber sowohl der Vorstand als auch die engagierten Ziegenhalter sowie Herr Brockhoff und Herr Dr. Lüpping betonten, alles zu tun, um die Ziegenzucht in Schleswig-Holstein zu erhalten. Es ist wichtig eine kompetente Anlaufstation und auch eine starke politische Vertretung für die Ziegenhalter in Schleswig-Holstein zu haben. Dies kann durch den Zusammenschluss noch verbessert werden.