28.11.12

Erfolgreicher Landschaftag 2012 in Warder

Ende September war es wieder soweit- die Landschafzüchter aus Schleswig-Holstein trafen sich zum Landschaftag im Tierpark Arche Warder. Dort wurden ihre Tiere der unterschiedlichsten Landschafrassen vor viel Publikum gekört und prämiert.

Direkt nach der Anlieferung wurden die Tiere gewogen und anschließend von einer Kommission benotet. Danach sind sie offiziell als Zuchttiere zugelassen. Nach der Körung findet in Warder auch immer die Prämierung der besten Tiere statt. Dabei werden die Tiere, die bestimmte Leistungsanforderungen erfüllen, nochmals rangiert, der oder die beste seiner Altersgruppe erhält einen 1a-Preis, der zweite den 1b- Preis und so weiter. Am Ende wird der Rassesieger oder die Rassesiegerin ermittelt.

Daneben bietet der Landschaftag den Besuchern immer ein vielfältiges Rahmenprogramm, so dass sich ein Besuch immer lohnt. Und so hatten sich nicht nur die Züchter mit ihren Tieren an diesem Morgen aufgemacht, sondern auch zahlreiche Besucher wollten live bei diesem "Schaftreiben" dabei sein.

Das Gelände rund um das „Haus der Natur“ war wieder wunderbar herbstlich vom Team des Tierparks, allen voran Hardy Marienfeld dekoriert und Inken Mohr empfing die Züchter und Besucher mit Kaffee und Brötchen zur morgendlichen Stärkung.

So war die Stimmung unter den Teilnehmern sehr gut und die Körung konnte mit bester Laune beginnen.

Normalerweise kommen die Schafe zur Körkommission in den Ring, aus Zeitgründen kam aber diesmal die Körkommission zu den Schafen in die Hocks. Die Körkommission, bestehend aus Christian Lorenzen-Nissen, Hardy Marienfeld, Johann Matthias Heinrich und Janine Bruser, hatte alle Hände voll zu tun da insgesamt 73 Tiere der unterschiedlichsten Landschafrassen aufgetrieben worden waren. Schon bei der Körung zeigte sich die sehr gute Qualität der aufgetriebenen Tiere, die in den Kategorien Bemuskelung, Wollqualität und äußere Erscheinung genau unter die Lupe genommen wurden.

Dann folgte die Prämierung, bei der die besten Tiere sich im Ring präsentieren durften.

Den Anfang machten die Grauen Gehörnten Heidschnucken, eine alte Landschafrasse der Heidelandschaften mit nach hinten gebogenen Hörnern bei Mutterschafen und schneckenartigen Hörnern bei den Böcken. Hier wurde die Kat. Nr. 1, ein Altbock aus der Zucht von Helmut Widderich, Heide, zum Rassesieger ernannt.

Bei den Weißen Gehörnten Heidschnucken gewann der Lammbock DE010210000320 aus der Zucht Wolf Müller, Hamburg, diesen Titel. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist ein genügsames mischwolliges Landschaf und für die Beweidung von Heide- und Moorflächen besonders geeignet. Die Farbe ist weiß und ohne Abzeichen.

Die Skudde gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen nordischen Heideschafe und kann mit einem weißen, braunen oder schwarzen Vlies auftreten. In Warder waren sieben Vertreter dieser alten Rasse aufgetrieben. Am Ende konnte der Bock Kat. Nr. 16 aus der Zucht von Heide Voeltz und Norbert Westphal, Horst, den Rassesieg für sich entscheiden.

Bei den Coburger Fuchsschafen war die Entscheidung für die Kommission besonders schwer. Ein Lammbock trat gegen die 1a- Preisträgerin aus der Gruppe der Mutterschafe an. Im direkten Vergleich überzeugte der Lammbock dann aber die Jury und wählte ihn zum Rassesieger. Die Züchterin des Rassesiegers stand schon vorher fest, da alle vorgeführten Coburger an diesem Tag aus der Zucht von Frauke Wechselberg, Neutestorf kamen. Die Coburger Fuchsschafe zeichnen sich besonders durch den goldenen bis rotbraunen Schimmer in der Wolle ("Goldenes Vlies") aus und werden vermehrt in der Landschaftspflege eingesetzt.

Auch die Rhönschafe, die besonders durch ihren typischen schwarzen Kopf und den weißen restlichen Körper auffallen, waren in diesem Jahr wieder vertreten. Hier wurde die Kat. Nr. 34, ein Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka, Hamburg, zur Rassesiegerin erklärt.

Auch die kleinste Rasse Europas, die Quessant- Schafe, durften an diesem Tag nicht fehlen. Der Altbock Kat. Nr. 35 aus der Zucht von Anke und Heiko Wolf, Elsterberg, und nun im Besitz von Horst Feddersen, Drelsdorf, konkurrierte mit dem Mutterlamm Kat.Nr. 34 aus seiner eigenen Zucht um den Titel. Die Kommission kürte den Bock, der am Morgen satte 22 kg auf die Waage gebracht hatte, zum Rassesieger.

Bei den Walliser Schwarznasenschafen zeigte sich, dass der Landschaftag auch internationale Schönheiten zu bieten hat. Bei dieser aus dem Wallis stammenden Rasse zeigte Peter Sellhorn, Rausdorf, einen Lammbock und ein Mutterschaf die aus ihrem Heimatland, der Schweiz, stammen.

Auch die Vertreterin der Rasse Gotländisches Pelzschaf repräsentierte ihre Rasse sehr eindrucksvoll. Das Schaf Kat.Nr. 43 aus der Zucht von Karin Hentzschel, Risum-Lindholm und nun im Besitz von Anne Greef und André Hanisch, Osdorf, bestach durch ein wunderbar glänzendes und gelocktes „Haarkleid“ und wurde deshalb zur Rassesiegerin erkoren.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf, ein mittelgroßes Schaf, welches ursprünglich aus den Küstengebieten der Ostsee stammt, erfreut sich auch in Schleswig-Holstein mittlerweile größter Beliebtheit. Und so führten gleich fünf Züchter ihre schönsten männlichen und weiblichen Exemplare, aus jeder Altersklasse, der Jury vor. Bei diesen großen Gruppen kam die Jury schon ganz schön ins Schwitzen, aber am Ende konnte das Mutterschaf Kat.Nr. 50 , aus der Zucht von Anna Wegener, Dakendorf, den Titel für sich entscheiden.

An dieser Stelle aber auch ein großes Lob an alle anderen Züchter und Züchterinnen, die ihre Tiere sehr gut für die Ausstellung vorbereitet hatten und so ihre Tiere auch im Ring ausgezeichnet präsentiert haben. Auch die neuen Züchter im Landesverband, die zum ersten Mal mit Tieren in Warder waren, zeigten sich trotz leichter Nervosität sehr gut!

Bei den Bentheimer Landschafen, die sich neben der dunklen Zeichnung im Gesicht besonders durch den langen bewollten Schwanz auszeichnen, wurde ein Mutterlamm aus der Zucht von Hauke Reimers, Tating, zum Rassesieger erkoren.

Zum Schluss kam es wie im Jahr zuvor zu einer Premiere auf dem Landschaftag. Zum ersten Mal wurden Tiere der in Schleswig-Holstein neuen Rasse Kamerun-Schaf im Ring vorgestellt. Das Kamerunschaf ist eine aus Westafrika (Kamerun, Elfenbeinküste) stammende Haarschafrasse, die wie der Name sagt keine Wolle, sondern ein Haarkleid tragen. Sie müssen also nicht geschoren werden. Das Haarkleid ist dicht und enganliegend und im Herbst und Winter bildet sich zusätzlich ein dichtes wollähnliches Unterhaar, das nach der Kälteperiode bis ca. April/Mai wieder abgestoßen ist. Diese quirlige Rasse zeigte sich Dank Hundegeschirr sehr gut im Ring und am Ende konnte sich das Mutterlamm Kat.Nr. 66 zum ersten Mal Rassesiegerin nennen.

Und es gab noch eine rundum gelungene Premiere an diesem Tag - zum ersten Mal fand ein „Jungzüchterwettbewerb“ auf dem Landschaftag statt. 12 Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren traten in den Ring, um zu zeigen wie gut sie sich mit Schafen auskennen und ihre persönlichen Lieblingsschafe vorführen können. Dabei wurden je nach Alter allgemeine Fragen zu Schafen gestellt wie z.B. was fressen Schafe, aber natürlich auch Fragen speziell zum vorgeführten Tier. Danach mussten die Jungzüchter ihre Tiere anbinden. Dies klappte bei allen sehr gut. Auch das richtige Präsentieren der Schafe will gelernt sein. Und dass die Kinder geübt hatten, konnte man sehen. Wie die Profis gingen sie mit ihren Schafen durch den Ring, so dass die Kommission deutlich beeindruckt war und es sehr schwer hatte einen Sieger oder eine Siegerin zu ernennen. In der jüngeren Altersklasse überzeugte Wilko Nowak, 7 Jahre aus Goltoft und bei den älteren Kindern Jule Menze, 9 Jahre aus Dakendorf.…...

Aber auch an alle anderen Jungzüchter, Emilija Furcken, Livija Furcken, Elisabeth Weiss, Karla Menze, Josephine Nowak, Ide Wetzel, Emma Wetzel, Jenny Jansen, Analena Jansen und Benet Bock ein riesen Kompliment für diesen tollen Auftritt!!

Auch das vielfältige Rahmenprogramm war einen Besuch des Landschaftages wert. Der Tierpark Arche Warder bot ein tolles Ambiente für die vielen unterschiedlichen Schafrassen und lockte zahlreiche Besucher an. Für das leibliche Wohl wurde Erbsensuppe und Wiener Wurst als Spezialität angeboten, zudem standen auch Kaffee und Kuchen sowie Kaltgetränke bereit. Auch über die Produkte des Schafes, über die hohe Kunst des Spinnens sowie über das Färben von Wolle konnten sich die Besucher informieren. Im Haus der Natur fanden sich wieder zahlreiche Handspinnerinnen ein, die den Besuchern zeigten, wie aus der Wolle ein Faden wird. Kleine Verkaufsstände für die verschiedensten Wollartikel und Verarbeitungsprodukte rundeten das bunte Bild ab. Als besondere Rasse des Jahres waren Vertreter der englischen Rasse Wensleydale Longwool in Warder ausgestellt. Diese zu den Langwollschafen zählende Rasse besticht besonders durch ihre Wolle, die in langen Locken fast bis zum Boden fällt und kein Grannenhaar enthält. Sie ist glänzend und von hoher Qualität. Die Züchterin Birgit Weßelmann, Holm stellte diese besondere Rasse vor.

Außerdem konnten die Besucher Mr. und Mrs. Arche Warder 2012 wählen und so konnte am Ende des Tages verkündet werden, dass die Zuschauer ein Mutterlamm aus der Zucht von Nicole Potyka, Hamburg, und einen Lammbock aus der Zucht von Frauke Wechselberg besonders in ihr Herz geschlossen hatten.

Allen Züchtern nochmals einen herzlichen Glückwunsch zu den hervorragenden Tieren, die die Kommission und die Zuschauer bewundern durften!

Insgesamt war die Veranstaltung in Warder rundum gelungen! Dafür bedankt sich der Landesverband bei den Züchtern, den Prämierungsrichtern und allen Helfern und Teilnehmern! Ganz besonderer Dank gilt aber vor allem Hardy Marienfeld und dem Team vom Tierpark Arche Warder, für die Vorbereitungen und die viele Arbeit, ohne die der Tag nicht so erfolgreich verlaufen wäre!